
Je nachdem, wo ein Sternzeichen im Geburtshoroskop steht, entfaltet sich seine Qualität auf unterschiedliche Weise. Der Aszendent markiert dabei den „Startpunkt“ des Horoskops: Er ist das Zeichen, das zum Zeitpunkt der Geburt am östlichen Horizont aufsteigt.
In der psychologischen Astrologie wirken Sonnenzeichen und Aszendent als zwei sich ergänzende Seiten der Persönlichkeit. Während die Sonne das innere Wesen und die zentrale Lebenskraft beschreibt, zeigt der Aszendent, wie man der Welt begegnet, welche Rolle man einnimmt und wie man sich nach außen ausdrückt.
Über die allgemeine Definition der Fische als Sonnenzeichen hatten wir bereits geschrieben: https://ashora.de/die-fische-in-der-astronomie-und-astrologie/
Der Aszendent in den Fischen verleiht Menschen eine sanfte, feinfühlige und oft schwer greifbare Ausstrahlung. Sie wirken empathisch, mitfühlend und intuitiv, manchmal auch verträumt oder zurückgezogen. Ihr Auftreten ist selten laut oder fordernd – vielmehr schwingt etwas Durchlässiges, Offenes und Seelisches mit, das andere berührt. Häufig besitzen sie ein starkes Gespür für Stimmungen, Unsichtbares und das, was zwischen den Worten liegt.
Fische-Aszendenten begegnen neuen Situationen eher fühlend als rational. Sie nehmen ihre Umgebung auf einer tiefen, oft unbewussten Ebene wahr, und reagieren sensibel auf atmosphärische Veränderungen. In Beziehungen zeigen sie sich mitfühlend, hingebungsvoll und verständnisvoll, neigen jedoch dazu, eigene Grenzen zugunsten anderer aufzulösen.
Eine Herausforderung besteht darin, sich nicht zu verlieren und abzugrenzen sowie zwischen eigenen Gefühlen und denen anderer zu unterscheiden.
Tiefenpsychologisch trägt der Fische-Aszendent nach C. G. Jung den Archetyp des Mitfühlenden, Erlösers oder Mystikers. Er steht für Auflösung, Hingabe und das Einssein mit einem größeren Ganzen. Der seelische Impuls besteht darin, Verbundenheit zu erfahren – mit anderen Menschen, mit dem Leben selbst und mit transzendenten Ebenen des Daseins.
Schattenthemen dieses Archetyps können Selbstaufgabe, Flucht vor der Realität, Opferhaltungen oder emotionale Überforderung sein. Die Entwicklungsaufgabe liegt darin, Mitgefühl mit Selbstschutz zu verbinden und Spiritualität nicht als Rückzug, sondern als Kraftquelle zu leben.
Thomas Ring beschreibt den Fische-Aszendenten als besonders empfänglich für kollektive Strömungen, seelische Bilder und innere Prozesse. Er sieht hier eine Persönlichkeit, die stark aus dem Unbewussten schöpft und oft intuitiv geführt wird. Ring betont, dass dieser Aszendent dazu auffordert, das Grenzenlose zu integrieren, ohne sich darin zu verlieren, und Mitgefühl in eine bewusste Form zu bringen.
Herausforderungen entstehen dort, wo Unsicherheit oder Überforderung zu Rückzug, Vermeidung oder Illusion führen. Tiefenpsychologisch gilt es, Erdung zu finden, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und der eigenen Sensibilität eine tragfähige Struktur zu geben.
Schlüsselthemen: Mitgefühl, Hingabe, Intuition, Spiritualität, Grenzen, Heilung, Verbundenheit.
Der reife Fische-Aszendent verkörpert den weisen Mitfühlenden: jemanden, der durch Sanftheit, Offenheit und seelische Tiefe wirkt. Seine Stärke liegt darin, Heilung zu ermöglichen, Verbundenheit zu schenken und andere an das Unsichtbare hinter dem Sichtbaren zu erinnern.
Reife Fische-Aszendenten erkennen auch, dass wahre Hingabe innere Klarheit voraussetzt.
Motto: „Ich wachse, indem ich mitfühle, ohne mich selbst zu verlieren.“